PhD Smith – Men on Strike

Zusammenfassung

symbol_bookssymbol_psychologysmith-men-on-strike-miniDas Buch Men on Strike von Dr. Helen Smith beschäftigt sich mit der Problematik, daß immer mehr amerikanische Männer Abstand von Heirat & Ehe nehmen. Während zahlreiche andere Autoren und „Experten” den heiratsunwilligen Männern vorwerfen, daß sie sogenannte Kindmänner wären oder „nicht Manns genug für die Ehe” seien, betrachtet Dr. Helen Smith die finanziellen & juristischen Konsequenzen für werdende Ehemänner & Väter.
Sie konstatiert, daß Männer in den USA in vielen Punkten & Bereichen vorsätzlich benachteiligt werden und immer mehr Männer Ehe, Frauen und Verantwortung ablehnen und sich zurückziehen.

Das Sachbuch ist spannend, hochinteressant und augenöffnend, nicht zuletzt deshalb, weil sich das Phänomen sich zurückziehender Männer unter anderem auch in Japan, Großbritannien, Kanada und Australien ausweitet. Dadurch, daß diese Männer ihren Beitrag für die Gesellschaft & Wirtschaft nicht leisten, drohen den betroffenen Staaten langfristig ernste Probleme.
Meine Meinung nach sehr lesenswert. 👍

5 von 5 Sternen

5 von 5 Sternen

Hintergrund

Quelle: en.wikipedia.org

Quelle: en.wikipedia.org

Dr. Helen Smith ist eine forensische Psychologin, die sich auf gewalttätige Kinder und Erwachsene spezialisiert hat. Derzeit lebt sie in Knoxville, Tennessee. Sie ist die Autorin zahlreicher Sach- und Fachbücher, die sich mit minderjährigen Mördern beschäftigen. Als Schreiberin und ausführende Produzentin der Dokumentation Six beschäftigte sie sich mit den Unzulänglichkeiten des Schul-, des Gesundheits- und des Justizsystems bezüglich gestörter oder schwieriger Jugendlicher.
Sie betreut & moderiert regelmäßig die Nachrichtenseite von PJ Media, wo sie sich mit sozialen Problemen und Psychologie beschäftigt, wobei sie den Schwerpunkt auf Probleme und Erfahrungen von Männern legt.
Seit September 2005 schreibt sie ihren eigenen Blog (Dr. Helen) und setzt sich vorwiegend mit kontroversen Themen auseinander, wie zum Beispiel Feminismus, Homosexualität, Liberalismus, Rassismus, Schußwaffenrechte und Abtreibung.

Inhalt

Das Sachbuch beginnt mit der Beschreibung des aktuellen Stands: immer mehr Männer der USA lehnen eine Heirat ab und von zahlreichen Seiten wird der Vorwurf laut, sie seien zu infantil oder wären nicht Manns genug. Diese Taktik, jemandens Verhalten über Anprangern, Bloßstellen und Beschämen zu manipulieren, ist jedoch weder konstruktiv noch ist sie länger wirksam.

Quelle: sonsoflibertytees.com

Quelle: sonsoflibertytees.com

Statt das Symptom anzugehen, untersucht Helen Smith die Ursache für den (nicht nur nationalen) Heiratsstreik und stellt fest, daß das sogenannte den-Weg-Galts-Einschlagen [1] ein hausgemachtes Problem ist. In den USA ist, wie in zahlreichen anderen Nationen der westlichen Zivilisation auch, die Ehe von Grund auf zu Ungunsten des Ehemannes ausgelegt; die Eheverweigerer haben sich großteils die möglichen Konsequenzen einer (scheiternden) Ehe und die Bilanz angeschaut und festgestellt, daß es sich für sie nicht rechnet, zu heiraten.
Diese Entscheidung wird mitunter unterbewußt getroffen, wenn man als junger Mann zahlreiche in die Brüche gehenden Ehen in dem sozialen Umfeld beobachtet und immer wieder sieht, wie der geschiedene Ehemann vom Justizapparat ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans.

Die „Experten” bezeichnen die sich zurückziehenden Männer als Kindsmänner, als Versager & Verlierer, die im Keller wohnen & Computerspiele spielen würden und generell nicht erwachsen werden wollen. Laut Richard Whitmire sind diese Kindsmänner ohnehin als Ehemann gänzlich untauglich.

© todd harris goldman

Was sämtliche „Experten” vergessen oder unterschlagen, ist die für Jungen feindselige Umgebung innerhalb der Schule (und später im College), die generelle Diskrimination und schlußendlich die Verachtung seitens der Gesellschaft. [2]
Diese Manipulationsversuche über das Schamgefühl verliert jedoch immer deutlicher an Wirkung. Es scheint keinen validen Anreiz mehr zu geben, „erwachsen zu werden.”

Die Probleme, mit denen Männer Nordamerikas konfrontiert werden, gehören nicht zu den Tagesthemen der Massenmedien; erwachsene Männer werden in Unterhaltungs- und Werbemedien als Deppen, potentielle Perverse & Triebtäter oder als unbeholfene Väter (oder schlimmeres) dargestellt.
Die Gesellschaft verlangt von Männern, daß sie gegen ihre ureigenen Interessen handeln. Das Leben verheirateter Männer in Nordamerika hat wenige Vorzüge, birgt viele juristische Gefahren, bringt viele Probleme und wenig Respekt mit sich.

Quelle: ncfm.org

Ein weiteres Thema ist untergeschobene Kinder (paternity fraud), was in Amerika erstaunlich oft vorkommt. Das erschreckende dabei ist nicht nur, wie viele Männer ihre Liebe, Zeit und Geld unwissend in Kinder investieren, die nicht ihre eigenen sind, sondern welche und wie viele Institutionen in diese Betrügereien involviert sind.
Hand in Hand geht damit das nächste Thema, nämlich daß nordamerikanische Männer kein MItsprache- oder gar Vetorecht haben, was die Unterhaltszahlungen an die Mutter angeht. Dennoch haben die Väter kein Anrecht auf eine Mitentscheidung, ob das (vielleicht ungewollte) Kind ausgetragen, abgetrieben oder zur Adoption freigegeben wird. Und da eine 18-jährige Unterhaltszahlungspflicht anfällt [3], ist es leicht nachvollziehbar, warum immer mehr Männer den Weg Galts einschlagen.

Institutionen, die vorgeben, Männern helfen zu wollen, muß man(n) leider auch skeptisch begegnen, denn die Erfahrung durch die Vergangenheit drängt den Verdacht auf, daß diese Männerhilfsorganisationen meist von Aktivisten geführt werden, die die Absicht haben, die hilfesuchenden Männer von ihrer Männlichkeit zu „befreien.” Erfreulicherweise sind wenige Männer an dieser Art von Hilfe interessiert.

Während es noch relativ harmlos ist, wenn es Männern von derzeit zwei Fluggesellschaften untersagt ist, neben Kindern zu sitzen, weil Männern von Natur aus nicht zu trauen ist, was Kinder angeht, ist zum Beispiel die 2-jährige Abigail Rae in England ertrunken, weil ein Passant nicht eingegriffen wollte, aus Angst, als pädophiler Triebtäter denunziert zu werden. Was eine berechtigte Sorge ist: in Illinois wurde Fitzroy Barnaby wegen „sexuelles Übergriffs” verurteilt & in die Liste sexueller Straftäter eingetragen, weil er eine 14-jährige, die ihm vor das Auto geflaufen ist, am Arm gepackt hatte.

Quelle: Dead End Junction (773, Culture Select)

Fast alle modernen Cartoons (1990+) vermitteln die gleiche Botschaft, nämlich daß Männer minderwertiger sind als Frauen. In der Schule wird ebendiese Philosophie / Botschaft den ganzen Tag über kommuniziert und nach der Schule & am Wochenende wird das mit Fernsehsendungen zementiert.
Junge Männer haben heutzutage oftmals eine unzureichende Bildung, weniger Ressourcen und werden entfremdet, ferner droht ihnen Arbeitslosigkeit oder eine karrieretechnische Sackgasse, was zu einer sozialen Instabilität werden kann oder wird.
Es ist politisch korrekt, Männer auszulachen, sie zu schlagen oder zu beleidigen. Die meisten Männer halten den Mund und ziehen sich in ihren „Hobbyraum” im Keller zurück. Das System der USA behandelt Männer respektlos und bestraft sie aktiv für die Dinge, die die Gesellschaft mittlerweile von ihnen erwartet & verlangt.
Auf jede Frau, die sich das Leben nimmt, kommen 4 Männer – inwieweit die gesellschaftliche Entwertung eine Rolle darin spielt, kann man nur vermuten.

Dr. Smith rundet das Sachbuch mit Ratschlägen & Hinweisen ab, wie man(n) mit den Umständen umgehen kann oder sollte. Erfreulicherweise lehnt sie den Weg Galts nicht grundsätzlich ab, sondern zählt ihn als veritable Option mit auf, auch wenn es sich nicht von der Hand weisen läßt, daß sie es bevorzugen würde, wenn Männer wieder bereitwillig heiraten & Kinder zeugen würden und sich konstruktiv in die Gesellschaft einbringen würden.

Quelle: gamingrebellion.com

Quelle: gamingrebellion.com

[1] John Galt ist ein fiktionaler Charakter, der in dem Buch Atlas shrugged (1957) (dt.: Atlas wirft die Welt ab) von Ayn Rand gemeinsam mit anderen Schlüsselfiguren der Weltwirtschaft den Rücken zuwendet, woraufhin diese zusammenzustürzen droht. Galts Weg gehen (going Galt) ist eine neumodische Umschreibung der Männer, die von Ehe, Konsum und Gesellschaft Abstand nehmen.
[2] Kindern wird der Film Miss Representation aufgezwungen, mit dem die Position von Frauen & Mädchen verbessert werden soll, nur wird dabei bewußt ignoriert, daß Jungen & Männer ähnlich diskriminiert werden; Einwände der Eltern werden ignoriert. Dieser Film ist Bestandteil der Indoktrination, daß Frauen & Mädchen als ewige Opfer verstanden werden, die es zu schützen & unterstützen gilt. Jungen werden mit ihren Problemen im Stich gelassen oder immer wieder darauf hingewiesen, daß sie & ihresgleichen für alles Übel dieser Welt verantwortlich seien.
[3] Dabei ist es unerheblich, ob der Mann zu dem Zeitpunkt überhaupt bei Bewußtsein war oder ob ihm das Sperma unter Vortäuschung falscher Tatsachen via Oralsex entlockt & verwendet wurde, statt es zu entsorgen, wie versprochen.

Stärken

Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren und „Experten” versucht Dr. Smith nicht, die Männer bloßzustellen & zu beschämen oder ihr Verhalten anzuprangern. Sie beschäftigte sich mit den Betroffenen im direkten Gespräch und ging der Ursache bestmöglich auf den Grund und zieht dann nüchtern das Fazit.
Ihre Intention ist eine konstruktive Versöhnung, eine Rückkehr der Galtgänger an den Verhandlungstisch und an den Altar. Ob es im Sinne der Männer ist, zurück auf die (sinnbildliche) Plantage zu gehen, um für andere zu buckeln, sei dahingestellt.

Etliche Hypothesen untermauert Dr. Smith mit Erfahrungsberichten und Kommentaren von Männern. Ferner verweist sie auf zahlreiche Studien, Zeitungsartikel, Sachbücher und Berichte. Insofern kann man davon ausgehen, daß Men on Strike recherchiert und fundiert ist und Dr. Smith sich nicht irgendwas aus den Fingern saugt.
Man kann ihre Ausführungen nachprüfen und recherchieren, ohne daß die Quellen sich als Schall & Rauch erweisen, wie es bei vielen gynozentrischen Aktivisten fast immer der Fall ist (z. B., daß eine Frau in den USA oder Kanada 77 Cents pro Dollar eines Mannes für gleiche Arbeit verdiene (schon oft widerlegt, aber trotzdem immer wieder gerne behauptet); z. B. die (nicht existente) Vergewaltigungsepidemie auf dem Campus der Universitäten).

Schwächen

Eine Schwäche, die nicht von der Hand zu weisen ist, daß das Buch sich in erster Linie mit der Situation innerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigt. Das beeinträchtigt selbstverständlich die mitteleuropäische Alltagstauglichkeit der Informationen, ist meiner Meinung nach aber allgemeingültig genug, denn die entsprechenden Tendenzen zeichnen sich auch hierzulande ab.
Das ist selbstverständlich nur eine subjektive Beobachtung, aber in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind überdurchschnittlich viele Männer unverheiratet und kinderlos. Und es sieht meiner Meinung nach nicht so aus, als ob sich das noch ändern würde.
Die Fakten des Statistischen Bundesamtes sprechen für sich. 2015 kommt die zusammengefaßte Geburtenziffer Deutschlands auf durchschnittlich 1,5 Kinder pro Frau. Das ist meines Wissens nach deutlich zu wenig, um eine gleichbleibende Bevölkerungsstärke zu gewährleisten. Letztes Jahr wurden in der Bundesrepublick Deutschland 738 k Kinder lebend geboren (Geburtenrate Deutschlands 2015) und es starben 925 k Menschen. Das berücksichtigt wohlgemerkt nicht die Entwicklung der vorangegangenen Jahre, heißt aber unter dem Strich betrachtet, daß derzeit mehr Bürger Deutschlands sterben als geboren werden. Langfristig ist die Bevölkerung Deutschlands bei gleichbleibender „Entwicklung” also vom Aussterben bedroht.

Fazit

Je mehr ich mitbekomme, wie in englischsprachigen Ländern der westlichen Zivilisation das Gleichgewicht unter dem irreführenden und vorgeschobenen Deckmantel der Gleichberechtigung Männer ungerecht behandelt und ungerechtfertigt diskriminiert werden, um so wichtiger finde ich es, daß man die gerne übersehenen Probleme von Männern hervorhebt, versteht und etwaigen Gegnern entgegentritt.
Das Buch ist dabei eine willkommene Bereicherung und bietet einen ebenso interessanten wie auch stichhaltigen Einblick in die gesellschaftliche Entwicklung, daß immer mehr (und vor allem jüngere) Männer einen großen Bogen um die Eheschließung und nach Möglichkeit auch Vaterschaft machen.
Sehr lesenswert!

Daten

Dr. Helen Smith: Men on Strike
©2013, 2015 Helen Smith
Encounter Books
ISBN-13: 978-1-59403-763-4

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