Rasieren mit dem Rasierhobel

Rasierhobel Mühle R89 (Quelle: www.muehle-shaving.com)

Rasierhobel Mühle R89 (Quelle: www.muehle-shaving.com)

Remerian bat mich zu genau diesem Thema ein wenig zu schreiben. Warum ich? Nun ich habe ihn mit der Hobelrasur angefixt *grins*.
In unserer westlichen Welt war diese Art der Rasur schon fast ausgestorben. Mittlerweile erfreut sie sich aber wieder zunehmender Popularität.
Eine sehr gute Erklärung, was ein Rasierhobel (auch Sicherheitsrasierer genannt) ist, findet sich übrigens auch auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Rasierhobel

Die wieder zunehmende Popularität des Rasierhobels liegt zum einen sicher daran, dass das Rasieren mit einem Hobel einerseits viel günstiger (100 Klingen kosten weniger als 10,-EUR) und ökologischer als mit einem Systemrasierer ist und zum anderen hat es eindeutig mehr Stil!


Außerdem rasiert nichts so sanft wie die „richtige“ Kombination von Rasierer und Klinge, aber die ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Daher hat es richtigen Sinn, sich erstmal schlau zu machen, sich über den gewünschten Hobel klar zu werden und ein paar Testklingen zu kaufen. Ich rate Anfängern zu einem Rasierer mit geschlossenen Kamm, da man sich damit weniger leicht verletzen kann. Ansonsten sollte der eigene Geschmack bzw. das eigene Gefühl einen leiten. Weiter unten kommt aber auch noch ein Video (unter 4b) das sicher hilfreich für die Wahl des eigenen Hobels ist.

Was die Kosten angeht. Gillette (mittlerweile von Proctor & Gamble geschluckt) wurde in dem U.K. vor einiger Zeit kritisiert, da eine Klinge ihres aktuellen Systemrasierers Fusion für £2,43 verkauft wird, wo doch der Herstellungspreis bei £0,05 liegt. Also wird eine Fusion-Klinge zu zu 4750% von ihrem Herstellungspreis verkauft – Wahnsinn!
Quelle englisches Wikipedia, Abschnitt Criticism: http://en.wikipedia.org/wiki/Gillette_%28brand%29

Bei einem Hobel kann einem dies nicht passieren, da es verschiedene Produzenten gibt die standardisierte Klingen herstellen, die übrigens ein utopischer Sozialist namens King Camp Gillette erfand, der 1901 die Gillette-Company gründete. Ja, die Welt ist verrückt…siehe hierzu auch http://de.wikipedia.org/wiki/King_Camp_Gillette

Zu den Klingen: Wie schon erwähnt sollte sich am Anfang am Besten ein Probepäckchen von verschiedenen Klingen besorgen und dann seine Lieblingsklinge selber finden. Ich persönlich mag die grünen Astra (Russland), die blauen Personna (USA) und die Feathers (Japan) sehr gerne. Und wo wir gerade bei mir sind: Ich benutze einen dreiteiligen Mühle Hobel, den Grande No. 89 (oberes Bild) mit geschlossenem Kamm, habe aber auch einen Zahnkamm R41, den man auch ohne Griff als Ersatzteil einzeln kaufen kann. Den Zahnkamm nehme ich aber nur, wenn ich die Barthaare echt mal wieder etwas zu lange habe wachsen lassen.
Remerian hat sich für den Parker R99 entschieden.

Rasierhobel Parker R99 (Quelle: www.gut-rasiert.de)

Rasierhobel Parker R99 (Quelle: www.gut-rasiert.de)

Noch ein paar Worte dazu, dass der Einstieg in die Hobelrasur so teuer ist: Ein guter Rasierpinsel hält mindestens 20 Jahre und kostet ca. 25,-EUR, also 1,25EUR/Jahr. Ein guter Rasierhobel kostet zwischen 20,-EUR und 65,-EUR und kann vererbt werden, er wird bei sachgemäßer Benutzung nie kaputt gehen. Eine Rasierklinge kostet weniger als 0,10EUR und kann mindestens 5x verwendet werden. Ein Seifenbowl für 5,-EUR hält bei mir mindestens 2 Jahre.
Hier folgen nun ein paar Links u.a. zu hilfreichen Filmchen rund um das Thema Nassrasur und Hobel:

1) Was braucht man für die klassische Nassrasur:

2) Vorbereitung der Nassrasur:

Anmerkung: Statt Creme geht auch Pre-Shave-Öl, und statt dem Gesicht zu waschen und ein heißes Handtuch aufzulegen, kann man auch vor der Rasur einfach duschen oder baden.

3) Rasierschaum selber aufschlagen statt ungesunden und ökologisch bedenklichen Sprühschaum zu verwenden:

Anmerkung: Statt einer Schale kann man auch eine größere normale Tasse oder eine spezielle Rasiertasse verwenden, z.B. so eine: http://www.amazon.de/mug
Alternativ kann man den Schaum auch im Gesicht anrühren:

4)  Sehr gute „Beginners Guides“ auf englisch zum Thema rasieren mit dem Hobel:
4a) Zur Rasur an sich:


4b) Erklärung der verschiedenen Typen von Rasierhobel:

5) Nette Foren zur Nassrasur: http://forum.nassrasur.com/index.php und http://www.gut-rasiert.de

6) Gute Online-Shops für Rasierhobel und Zubehör:
http://www.muehle-shaving.com/shop
http://www.korium.de/rasieren/
http://www.amazon.de/

 

4 Gedanken zu „Rasieren mit dem Rasierhobel

  1. remerian

    Mittlerweile mag ich gar nicht mehr auf die Systemrasierer zurückgreifen. Obwohl ich es anfänglich für nostalgische Spinnerei hielt, möchte ich auf die Hobelrasur nicht mehr verzichten. Es ist entspannter, sauberer, (und so absurd das auch klingt) hautfreundlicher.

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    1. NSGZ

      Oh, das es hautfreundlicher ist ist kein Wunder! Denn bei den Mehrfachklingen-Systemrasierern wird das Barthaar mit der ersten Klinge angehoben und erst mit den nachfolgenden geschnitten. Es gab dazu auch mal eine Werbung von Gillette. Problem bei der Methode ist, dass gerade bei älteren Rasierklingen (mehr als 1x benutzten) dieser Effekt sich ändert in ein reißen, statt einem Anheben. Nicht sehr angenehm. Übrigens spricht das der Herr im letzten Video (4b) auch kurz an.

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  2. Haris

    Bin vor über einem Jahr vom überteuerten, stumpfen Mach3 auf einen Mühle-Hobel umgestiegen.
    Hatte schon Klingen von Derby (grausam), Feather (so scharf, wie immer behauptet wird, sind die gar nicht mal), Voshkod (recht gut) ausprobiert. Am angenehmsten sind allerdings die blauen Astra, oder zur Not die – recht teuren – Wilkinson.
    Werde demnächst mal die vielgelobten Personna ausprobieren.

    Letztens bin ich erst von Rasierschaum auf Rasiercreme umgestiegen (Taylor of Old Bond Street). Ich muss sagen, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Echt unglaublich, wie Gilette es schafft, der Masse mit ihren überteuerten Klingen“revotionen“ das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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    1. NSGZ

      Die Personna Klingen finde ich sehr gut. Bei Feathers gibt es leider mittlerweile Imitate aus China, die deutlich schlechter sind als die Originale. Die Kopien sind leider von Außen nicht von den Originalen zu unterscheiden, daher kaufe ich Feathers nicht mehr. Ja, Derby ist wirklich grausam, diese Erfahrung musste ich auch machen.
      Taylor of old Bond Street nutze ich auch ^^. Und wenn ich mal in London bin kaufe ich auch gerne den Bowl der Eingenmarke von Boots (heißt auch Boots).

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