Schlagwort-Archive: Musik

Nomen est omen.

Heather Nova: Pearl

Auf das neue Album Pearl von Heather Nova hatte ich mich selbstverständlich gefreut, doch leider ist es nicht auf meiner Wellenlänge.

Musikalisch passen die Stücke zusammen, bilden ein rundes, stimmiges Gesamtbild. Jedoch fehlt mir das gewisse Etwas, das die anderen Alben haben, das das Album über gefälliges Radiofüllmaterial erhebt. Es fehlt das Berührende Heather Novas – das Rauhe & Faszinierende wurde meiner Meinung weichgespült & -gezeichnet.

Fazit: Die Stücke auf dem Album sind zwar harmonisch & stimmig, aber (im Vergleich zu den Vorgängeralben) seicht, langweilig, leicht zu verwechseln + zu vergessen. 😒 Ausnahme ist jedoch das vorletzte Stück des Albums, weil es dank eines übertrieben pathetischen Parts mit sicherlich unfreiwilliger Komik brilliert. 😆
Mit dem heutigen Wissen würde ich Pearl nicht kaufen, so sehr mir die Vorgängeralben – insbesondere die letzten beiden – auch gefallen haben. Dennoch ist Pearl angenehm zu hören & gewiß kaum eine Fehlinvestition, vorheriges Reinhören ist aber empfehlenswert.

Es kann natürlich auch sein, daß mir meine Ohren dem Album gegenüber irgendwann doch noch „aufgehen” & meine Begeisterung aufwacht. Derzeit aber leider nicht.

3 von 5 Sternen

Atrium Carceri: Cellblock

Zusammenfassung

Cellblock ist das erste Album des schwedischen Musikprojekts Atrium Carceri („Atrium Carceris” ist lateinisch für Gefängnishalle) und wurde 2003 veröffentlicht. Musikalisch sind die 12 Stücke jeweils 2 bis 4 Minuten lang und gehören in die Kategorie Dark Ambient. Thematisch beschäftigt sich das Album mit Gefängnis & Gefangenschaft, musikalisch geht es über das für Dark Ambient oftmals übliche Brummen hinaus & glänzt mit Einlagen klassischer Instrumente + Klangeffekte wie sich schließende Türen, Keuchen & Fußstapfen.

Das Album ist interessant, abwechslungsreich und lockert die Klangkulissen mit minimalistischen Melodien und Rhythmen auf (sofern bei Dark Ambient von „Auflockern” die Rede sein kann).
Die Stücke selbst sind für meinen Geschmack teilweise zu kurz, doch insgesamt ist das Album recht brauchbar und es macht Freude, es zu hören, wenn man sich für diese Art von Musik begeistern kann.

4 von 5 Sternen

Discogs: Künstler, Album
Bandcamp: Album (derzeit 50% reduziert)*

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15 Jahre Ayria

Von Ayria hatte ich schon ein paar Alben rezensiert, namentlich Hearts for Bullets, Plastic Makes Perfect und Paper Dolls.

Da Jennifers Musikprojekt Ayria nun 15 Jahre alt geworden ist, hat sie derzeit bis zum 15. Januar eine 50%-Rabatt-Aktion am Laufen.

Auf Bandcamp kann man ihre Musik digital erstehen (sowohl im .mp3- als auch im .flac-Format).

Über ihren offiziellen Vertrieb storenvy bekommt man die Datenträger in physischer Form und andere Fanartikel solange der Vorrat reicht.

Der Gutscheincode ist: „ayria15”.

hologram_: Rescue

Das Album Rescue von hologram_ ist ein Remixalbum, das von verschiedenen Künstlern zusammengestellt wurde, um damit Geld für den Künstler, der hinter hologram_ steckt, zu sammeln: diesem wurde auf dem Heimweg von einem Konzert die komplette Ausrüstung für live-Auftritte gestohlen.
Diese Ausrüstung kostet circa 800 €; das Geld, das über diese Summe hinaus (oder nach dem 15. Dez. 2017) zusammenkommt, wird an Organisationen, die weltweit Kindern helfen, gespendet.

Rescue enthält 10 Stücke, die von namenhaften Künstlern wie z. B. Sonic Area neu abgemischt & interpretiert wurden. Mit circa 46 Minuten und einem Preis von 10 € oder mehr ist das Album gewiß eine Überlegung wert; man kann das Album vorher selbstverständlich probehören.

Alt-J: Relaxer

Zusammenfassung

Letzte Woche ist das neue Album Relaxer von der Musikgruppe Alt-J erschienen. Anders als die Vorgängerwerke ist dieses Album vergleichsweise ruhig und verhalten, verzichtet auf brummende Bässe und ohrwurmverdächtige Rockelemente.

Das Album fällt etwas aus dem Rahmen, den Alt-J sich in der Vergangenheit geschaffen hatte, ist meiner Meinung dadurch nicht unverwechselbar.  Dadurch ist es meiner Meinung nach für die Spiellänge des Tonträgers derzeit etwas zu teuer. Es ist gut, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück.

4 von 5 Sternen

 

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Imelda May: Life Love Flesh Blood

Life Love Flesh Blood ist das neue Album von Imelda May, das vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. Während die Vorgänger vorwiegend blues-, jazz- und rockabillylastig waren, sind die Stücke dieser Scheibe ruhig, gefällig-melodisch und balladenhaft.

Auf das neue Album hatte ich geraume Zeit gewartet und mich gefreut, als dieses angekündigt wurde. Angesichts der Erwartung, die durch die Vorgängeralben entstanden war, war ich – gelinde gesagt – überrascht, daß das Album musikalisch sehr an Norah Jones’ Stücke erinnert und wie beinahe schmalzige Gefühlsduselei wirkt.
Dementsprechend kann ich mich (vorerst) mit dem Album nur schwerlich anfreunden; die Musik ist gut, aber entspricht gar nicht meinen Erwartungen, insofern finde ich die Bewertung schwierig und urteile verhalten & vorsichtig.

4 von 5 Sternen

This Morn‘ Omina: Kundalini Rising

This Morn‘ Ominas aktuelles Album Kundalini Rising war sechs Jahre lang in Arbeit und ist nun nach der langen akustischen Durststrecke endlich veröffentlich worden. Die Musik hat sich stilistisch moderat verändert (oder entwickelt), es gibt zum Beispiel deutlich mehr Lyriken.

Mit dem Album tue ich mich etwas schwer. Es enthält Stücke, die ich von mittelmäßigem Techno aus den 90ern kaum unterscheiden kann; andere Stücke sind komplex & machen Freude, sind aber nicht unbedingt fürs Nebenbeihören geeignet; unter dem Strich betrachtet ist es kein Album, das leichtverdaulich und zugänglich ist.
Vorerst fällt mein Urteil daher moderat aus, da ich mir noch nicht sicher bin, ob das Album guter Durchschnitt ist oder über leicht zu übersehende, subtile Genialität verfügt. Die Zeit wird es zeigen.

3 von 5 Sternen

PJ Harvey: The Hope Six Demolition Project

Zusammenfassung

symbol_musicpj harvey - the hope ssix demolition project (mini)Im April veröffentlichte PJ Harvey ihr neuntes Studioalbum unter dem Titel „The Hope Six Demolition Project”. Seit dem Vorgängeralbum (Let England Shake) sind in etwa fünf Jahre vergangen und im Gegensatz zu den Vorgängeralben hat sie musikalisch wie auch inhaltlich keine neue Richtung eingeschlagen, sondern den Kurs von Let England Shake weiterverfolgt.

Die Musik ist abwechslungsreich und vielschichtig und mit der richtigen Anlage kann man viele akustische Details entdecken, die aus dem Gros ausbrechen, ohne jedoch die Klangbühne zu stören.
Das Konzeptalbum ist schlüssig und definitiv den Kauf und das wiederholte Hören wert. Auch wenn das Warten unerfreuliche lang war, hat es sich gelohnt.

5 von 5 Sternen

5 von 5 Sternen

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Ayria: Paper Dolls

Zusammenfassung

symbol_musicayria - 2016 - paper dolls (spec ed) (mini)Nach gut drei Jahren „Pause” hat Jennifer Parkins über ihr Musikprojekt Ayria das fünfte Studioalbum veröffentlich. Während die ersten Alben noch minimalistisch waren, sind ihre nachfolgenden Werke deutlich melodiöser und somit zugänglicher geworden; die letzten beiden Alben, Hearts for Bullets und Plastic Makes Perfect, überzeugten mit relativ simplen Melodien, facettenreichen Kompositionen und einer unterschwelligen Aggression. Leider ist diese Aggression in Paper Dolls teilweise verlorengegangen, etliche Stücke sind richtiggehend handzahm ausgefallen.

Auf dieses Album hatte ich mit einiger Vorfreude gewartet, da ich die beiden Vorgängeralben als musikalische Untermalung für Sport für recht brauchbar halte. Paper Dolls ist gut, schneidet meiner Meinung nach im Vergleich aber etwas schlechter ab. Einerseits, weil manchen Stücken der Biß fehlt, andererseits ist das Album aber auch nicht so weichgespült, wie ich es wegen der EP Feed Her to the Wolves befürchtete.

4 von 5 Sternen

4 von 5 Sternen

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