Star Wars VII – Das Erwachen der Macht

Zusammenfassung

Das Erwachen der Macht ist der 7. Teil der Krieg der Sterne-Saga (Star Wars) und spielt rund 20 Jahre nach Rückkehr der Jediritter.
Luke Skywalker ist seit etlichen Jahren untergetaucht und der Widerstand und die Erste Ordnung sind auf der Suche nach Kartenteilen, um ihn zu finden. Angeführt wird die Suche von der mysteriösen Rey, dem abtrünnigen imperialen Soldaten Finn & Han Solo, bis sie gemeinsam mit dem Widerstand einen dritten Todesstern bekämpfen müssen.

Nach dem Debakel von Episode 1 bis 3 war es definitiv die einzig richtige (weil wünschenswerte) Entwicklung, George Lukas’ vorsätzlich verzogenes Lieblingskind & Geldmaschine Krieg der Sterne jemand anderem zu überlassen, auch wenn es Disney ist. Die Kinderfilmfabrik kann die Sage nur schwerlich schlechter behandeln als der Schöpfer; und das Ergebnis ist zwar nicht bahnbrechend, geht aber ganz klar in die richtige Richtung.

3 von 5 Sternen

Hintergrund

Wikipediaartikel

Hierbei möchte ich darauf hinweisen, daß aus dem Artikel deutlich hervorgeht, daß die vielen Behauptungen Lukas’, daß er von Anfang an schon geplant hatte, 1 3 9 3 6 9 6 Filme zu machen, ihn angemessen unglaubwürdig dastehen lassen und daß er irgendwann zwischen Rückkehr der Jediritter und Die Dunkle Bedrohung eine für die Sage ungesunde Geldgier entwickelte.

Inhalt

Das Imperium ist nach der Schlacht um Endor in Splittergruppen zerfallen. Allen voran steht die Erste Ordnung, die einen weiteren Todesstern baut, um die Republik mit einem Überraschungsangriff zu schwächen, wenn nicht gar zu überrennen. Der machtsensitive Kylo Ren jagd ebenfalls wie der Widerstand nach Kartenteilen, um den untergetauchten Jediritter Luke Skywalker zu finden. Anders als der Widerstand ist es jedoch Kylo Rens Ziel, Luke zu töten.

Unfreiwillig und mehr oder weniger zufällig geraten die Waise Rey und der abtrünnige Sturmsoldat Finn in den Konflikt zwischen dem Widerstand und der Ersten Ordnung, schließen sich dem Widerstand an und trotzen Kylo Ren & seinen Schergen, um Luke zu finden.

Stärken

Sehr angetan bin ich von der nicht von der Hand zu weisenden Detailverliebtheit. So sieht man nur als Beispiel in Reys Wohnstätte für wenige Sekunden eine selbstgebastelte Puppe, die einen Rebellenpiloten darstellen soll. Aber auch nur wenn man darauf achtet. An und für sich ein beinahe bedeutungsloses Detail, dennoch sind es diese Kleinigkeiten, die dazu beitragen, daß The Force Awakens in meiner Achtung steigt. Diese Details erzählen eine eigene Geschichte, geben Tiefe und weisen auf Hintergründe hin, ohne jedoch von der Haupthandlung abzulenken; man nimmt sie nicht einmal wahr, wenn man ihnen keine Beachtung schenkt.
Sehr schön finde ich auch, daß nicht alles immer erklärt wird, sondern nur am Rande erscheint. Das läßt Platz für Gedanken, Interpretationen und Atmosphäre.

Darüber hinaus bin ich dankbar, daß die Schöpfer von Episode 7 Abstand davon genommen haben, George Lukas’ Anregungen & Einwürfe anzunehmen: es gibt in Episode 7 kaum Slapstick-„Humor”-Einlagen. Das heißt, niemand wird von irgendwelchen Kreaturen angepupst, niemand tritt in Exkremente und niemand läuft gegen eine Wand oder stolpert über irgendwas. 👍

Außerdem wurde der blödsinnige Aspekt der Midichlorien ebensowenig aufgegriffen, wie man krampfhaft lustige, rassistische Slapstick-Figuren eingearbeitet hat. 👍

Schwächen

Der Film behandelt den Kampf des Widerstands gegen die Erste Ordnung und ihren neuen Todesstern. Also der dritte Todesstern, der noch größer ist und mehre Planeten auf einmal und aus größerer Entfernung vernichten kann. Es hilft auch nicht, daß Han Solo sich über diese Tatsache mockiert, auch wenn es als ein Augenzwinkern gemeint ist, ist es unglaublich einfallslos und nervt. 😦

Die Erste Ordnung ist so überdeutlich an das Dritte Reich angelehnt, daß der Darstellung derselben oftmals eine unfreiwillige Komik anhaftet.

Die größte Schwäche jedoch ist und bleibt Rey.
Es fängt damit an, daß sie im Film den Millenium Falken erst seit ~2 Stunden kennt und als es darum geht, den Falken zu reparieren, löst sie das Problem besser & schneller als Han Solo, der den Millenium Falken über vermutlich 40 Jahre lang geflogen, repariert und betreut hat. Und er steht daneben und ist sprachlos. Ja nee, ist klar. 😒
Sie ist noch nie in diesem Raumschiff geflogen, besiegt allerdings mit dem großen Frachter problemlos ausgebildete Kampfpiloten in Abfangjägern.
Sie widersteht einem erfahrenen Machtanwender aus dem Stegreif und kann ebendiesem – einem ausgebildeten Lichtschwertkämpfer – nicht viel später die Stirn bieten und besiegen.
Kurzum, sie vereint sämtliche Stärken aller Protagonisten der vorangegangenen Filme, ohne jedoch eine erkennbare Schwäche zu haben. Das einzige, was noch fehlt, um diesen Inbegriff einer Mary Sue abzurunden, ist ein intergalaktischer Feiertag zu ihren Ehren.

Womit ich kein allzu großes Problem habe, was mir aber dennoch etwas auf den Keks geht, ist diese krampfhafte „politisch-korrekte” Überkompensation, daß in der Vergangenheit der Filmgeschichte vernachlässigte Menschengruppen nun die Hauptrollen besetzen.
Daß die Hauptrollen von einer Frau und einem Afroamerikaner belegt wurden, ist an und für sich nicht verkehrt, ist begrüßenswert und würde auch nicht übel aufstoßen, wenn sich nicht der Verdacht aufdrängen würde, daß die Köpfe hinter Episode VII unbedingt etwas wiedergutmachen wollen, was sie nicht verbrochen haben, einfach nur um sich amerikanischen Gutmenschen Bessermenschen, die unter dem Vorwandt der sozialen Gerechtigkeit Unterdrückung & Rassismus verbreiten und propagieren, anzubiedern.
In dieser Form ist das eine so deutliche Überkompensation, daß man vermuten könnte, daß die Köpfe hinter dem Film ein begründetes schlechtes Gewissen haben.
Insbesondere die Situation in der Rey mehrmals Finn ankeift, weil er sie an der Hand packt, um sie in Sicherheit zu zerren – weil es selbstverständlich viel schlimmer ist, als Frau von einem Mann aus der Gefahrenzone gezogen, als erschossen zu werden. Und damit der geistig behäbigste Vollpfosten von Mann es auch versteht, wiederholt man diese Situation gleich zweimal hintereinander.

Fazit

Der Film ist unausgewogen und die Charaktere sind teilweise übertrieben (oder nichtssagend), die Handlung ist denkbar einfallslos und viele Kameraeinstellungen sind fast 1:1 aus der ursprünglichen Trilogie übernommen.
Dennoch bin ich der Meinung, daß es ein Schritt in die richtige Richtung ist, weil der Film wesentlich ernsthafter ist und auf krampfhaften Slapstick verzichtet. Nun sollte in der Zukunft nur noch etwas Neues an Ideen und Handlung kommen, damit wir nicht einen Aufguß der ursprünglichen Trilogie vorgesetzt bekommen.
Episode 7 ist mir zu sehr eine Plagiatskombination von Episode 4-6. Zwar ist der Film deutlich besser als Episode 1-3, bleibt jedoch auch ebenso deutlich hinter Episode 4-6 zurück. 😑

Daten

Das Erwachen der Macht
©2015 Walt Disney, Lukasfilm
~130 Minuten Laufzeit

Hypothesen

Die maßlos & lächerlich übertriebene Großartigkeit in allen Bereichen Reys ist etwas, was mir ungeheuer unangenehm aufgestößt; meine Hoffnung ist, daß Rey sich auf lange Sicht als Gegenspieler der Rebellen und Jedi entpuppt oder entwickelt, am Ende vielleicht gar als Gegenstück zu Han Solos Sohn, der dann die Rolle des „Guten” einnimmt.
Rey ist in zu vielen Bereichen hanebüchen kompetent, daß es für sie als Protagonisten kaum eine nennenswerte Herausforderung geben kann, die nicht künstlich inszeniert wird; wenn man die Lernkurve Reys betrachtet, sollte es wenig geben, was man ihr entgegensetzen kann, um sie aufzuhalten.

Ein Grund, warum ich glaube (oder vielmehr hoffe), daß Rey zum Antagonisten wird, ist daß sie ihre Machtkräfte unglaublich (oder unglaubwürdig) schnell und mächtig (Wortspiel war nicht beabsichtigt) lernt und einsetzt. Im Laufe der Sage wurde immer wieder betont, daß der Weg der dunklen Seite der Macht der schnellere wäre.
Außerdem wird während des Films immer wieder darauf hingewiesen, daß Ben Skywalker sich von der hellen Seite der Macht angezogen fühlt. Das würde dann die Symmetrie eines Seitenwechsels beider Charaktere durchaus ermöglichen.

Lassen wir uns überraschen.

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