Alt-J: Relaxer

Zusammenfassung

Letzte Woche ist das neue Album Relaxer von der Musikgruppe Alt-J erschienen. Anders als die Vorgängerwerke ist dieses Album vergleichsweise ruhig und verhalten, verzichtet auf brummende Bässe und ohrwurmverdächtige Rockelemente.

Das Album fällt etwas aus dem Rahmen, den Alt-J sich in der Vergangenheit geschaffen hatte, ist meiner Meinung dadurch nicht unverwechselbar.  Dadurch ist es meiner Meinung nach für die Spiellänge des Tonträgers derzeit etwas zu teuer. Es ist gut, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück.

4 von 5 Sternen

 

Hintergrund

Auf Alt-J bin ich durch das Spiel Life is Strange aufmerksam gemacht worden, weil eines ihrer Lieder auf dem LiS-Soundtrack zu finden ist und dieses zu den bemerkenswerteren gehört. Durch den LiS-Soundtrack sind mir nun auch The Foals und Sparklehorse bekannt, wobei ich Letztgenanntes dem Erstgenannten vorziehe.

Alt-J ist eine dreiköpfige, britische Rockgruppe, die 2007 in Leeds, England, gegründet wurde. Für Ihr Debutalbum erhielten sie 2012 den British Mercury Prize.

Inhalt

Das Album umfaßt 8 Stücke, eines davon eine eigenwillige Neuinterpretation des Klassiker House of the Rising Sun, das sich irgendwo zwischen interessant und langweilig positioniert. Die anderen Stücke sind auch recht zurückhaltend und drängen sich nicht ins Ohr, sondern versuchen, durch Bescheidenheit zu punkten.

Stärken

Die Illustration & Aufmachung des Albums ist ungewöhnlich & auffällig, im Stile von Retrocomputerspielen, ferner ist die Gestaltung exzentrisch. Das hat zwar nur wenig Einfluß auf die Musik, um die es schlußendlich geht, sticht jedoch deutlich mit einer bemerkenswerten, charmanten Häßlichkeit aus dem Gros der Konkurrenzprodukte hervor.

Die Stücke sind nicht allzu leicht zugänglich, bieten also dem aufmerksamen Zuhörer Facetten zum Entdecken an, auch wenn diese nicht an die besseren Stücke von zum Beispiel Nine Inch Nails herankommen.

Schwächen

Das Album umfaßt lediglich nur 39 Minuten. Das ist meiner Meinung nach für den Preis, den ich gezahlt hatte, ein bißchen wenig, insbesondere wenn ich ein ähnliches Preis-Musik-Verhältnis schon bei PJ Harvey erlebt hatte, deren Album allerdings auf vielen Ebenen deutlich besser ist (meiner Meinung nach).

Den Baß (und nicht ganz so ausgeprägt den Ohrwurmcharakter) der letzten beiden Alben vermisse ich. Damit ist ein auffälliges Alleinstellungsmerkmal verlorengegangen, insofern bleibt abzuwarten, in welche Richtung Alt-J sich entwickeln wird.

Fazit

Der aktuelle Preis ist meiner Meinung nach etwas zu hoch, wird vermutlich aber in der näheren oder moderat fernen Zukunft nach unten gehen. Das Album ist meiner Meinung nach tiefgründiger, als es auf den ersten „Blick” wirkt, was einerseits begrüßenswert ist, andererseits allerdings einen angemessen aufmerksamen Umgang nicht erleichtert.
Das Werk ist in Ordnung, überdurchschnittlich gut, reißt aber auch nicht so vom Hocker wie die Vorgänger.

Daten

Alt-J: Relaxer
©2017
8 Stücke
0’39”00

Discogs-Eintrag Alt-J
Discogs-Eintrag Relaxer
Rezension auf ForgePress

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.