What is Culture for?

Zusammenfassung

Das Sachbuch What Is Culture For? ist ein weiterer Essay der School of Life, der sich in diesem Fall auf philosophischen, psychologischen & soziologischen Ebenen mit dem Thema Kultur, Kunst & der Existenz des Menschen beschäftigt.

Der Essay ist meiner Meinung nach lesenswert, weil er das Verständnis für Kunst, Kultur & das eigene Leben erweitern, oder für Kultur sensibilisieren kann.

4 von 5 Sternen

Hintergrund

Über Bücher von der School of Life hatte ich schon ein paar Rezensionen geschrieben und ein paar Gedanken über die School of Life geäußert. Wie bisher bin ich der Meinung, daß die Bücher interessant genug sind, sie zu kaufen und sich mit ihnen zu befassen, im Gegensatz zu den anderen Produkte wie zum Beispiel Kerzen, Karten und Taschen, die in meinen Augen vom Preisleistungsverhältnis her fragwürdig sind.

Inhalt

Auf der einen Seite wird der Umgang mit Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft als etwas Erstrebenswertes betrachtet und vermittelt, auf der anderen Seite bleibt es oftmals bei intellektuellen Betrachtungen, ohne daß man versucht, Kunst & Kultur als Lebenshilfe zu verstehen oder nutzen.

Einleitend geht es darum, daß sich Künstler in ihren Werken oftmals mit (zusammengefaßt) dem Leid der Welt oder der eigenen Existenz beschäftigen und dieses mitteilen. Kultur bietet somit Gesellschaft.
Dann wird der Aspekt der Hoffnung beleuchtet, in dem auch Religion in der Kultur einen Platz einnimmt. Kunst bietet in diesem Bereich Schönheit und Hoffnung als Gegenpol gegen „alles, was falsch ist.”
Es geht darum, ein Gegengewicht zu unseren Insuffizienzen zu finden, in Kunst Stärke finden zu können, um die eigenen Schwächen auszugleichen, insbesondere z. B. mit heroischen Geschichten. Kultur soll die Routine des Alltags bekämpfen.

Die meisten Menschen werden von der Angst vor Verachtung, Zurückweisung & Spott belastet. Dem stehen zahlreiche tragische Meisterwerke der Literatur entgegen und wir sind alle fehlerbehaftete, unfähige Kreaturen, die unweigerlich auf den Niedergang zusteuern, und so verdienen wir nicht weniger Sympathie als die Opfer der weltgrößten Tragödien.

Zu guter Letzt vermittelt Kultur auch Wissen – über sich selbst, über die eigene Realitätswahrnehmung, über Leid und Mitgefühl. Wir lernen Fremde und uns selbst kennen: „Literatur ist der beste Realitätssimulator, den wir haben.”

Kultur dient unter anderem als Ermutigung und Motivation, erinnert an Wert und Werte, Kunst ist sowohl Werbung als auch Gegengewicht zu Werbung. Kunst bietet eine andere Perspektive, ist also Gegengewicht zur wahrgenommenen Realität.

Wie Hegel schon konstatierte, erreicht Philosophie als Hilfe nicht viele Geister & Herzen, ebenso verhält es sich mit guten Ratschlägen. So benötigen wir Kunst + Kultur, um ein Gleichgewicht zu bewahren und zu reifen; Kunst + Kultur dienen als „emotionale Apotheke.”

Stärken

Wie ich es von den Büchern und Essays der School of Life gewöhnt bin, ist auch diese Lese leicht zugänglich und verständlich.

Wie gewohnt bietet auch dieses Produkt interessante Interpretationsansätze, um bestimmte Dinge im eigenen Leben entweder zu bemerken oder mit anderen Augen zu betrachten.
Das ist im Fall von Kultur besonders interessant, weil man in Schulzeiten oft genötigt wird oder wurde, zu erkennen & zu erklären, was der Künstler „uns” sagen will. WiCf bietet die Möglichkeit, diese Frage (zumindest für sich selbst) zufriedenstellend zu verstehen & eventuell auch zu beantworten.

Schwächen

Obwohl ich mich davor sträube, das als Schwäche anzugeben, ist ein veritabler Kritikpunkt an dem Essay, daß Kunst + Kultur romantisiert & idealisiert dargestellt wird. Die Vorschläge, was Kunst + Kultur sein können & wie sie dem alltäglichen Leben des „Normalsterblichen” einen Mehrwert geben, sind mitunter hochtrabend und idealistisch.

Eine weitere Schwäche ist, daß zwar Möglichkeiten, Zugang zu Kunst + Kultur zu finden, aufgezeicht werden, es aber keine greifbare Lösung oder ein brauchbares Werkzeug angeboten wird, was aber vermutlich in der Natur der Sache liegt.

Fazit

Die Lese ist durchaus interessant und bietet eine stimmige Hypothese, warum es Kunst & Kultur gibt, welche Rolle & welchen Behuf sie hat und warum sie generationsübergreifend und für viele zwischenmenschliche Belange allgemeingültig sein kann, ist oder sein sollte.

Obwohl ich den Essay als lesenswert betrachte, der etliche Denkanstöße anbietet, kann ich jedoch nicht leugnen, daß man an dem Essay auch getrost vorbeigehen kann, ohne daß man etwas Essentielles verpaßt.

Daten

What is Culture for?
©2018 The School of Life
~ 107 Seiten
ISDN 978-1-9999179-4-4

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