Star Wars: Edge of the Empire – erste & zweite Eindrücke

Zusammenfassung

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Quelle: fantasyflightgames.com

symbol_rpgVor geraumer Zeit hatte ich einen Beitrag über das Rollenspiel SW:EotE (Grundregelwerk) geschrieben.

Mittlerweile habe ich mit verschiedenen Spielern das Spiel schon zweimal probegespielt und kann nun einige Eindrücke und Erfahrungen anbieten.

Kurz zusammengefaßt: Ich bin auch weiterhin der Meinung, daß es sich lohnt, auf das Rollenspiel Star Wars: Edge of the Empire einen zweiten und dritten Blick zu werfen. Im Idealfall spielt man das in einer angenehmen Runde eins, zwei Mal an und deckt sich mit den Büchern ein. 😉

 

Das Würfelsystem & die -symbole

Wie aus meinem ersten Beitrag schon hervorging, benutzt SW:EotE eigene Würfel mit eher ungewöhnlichen Symbolen. Das hat Vor- und Nachteile, hat allerdings innerhalb des Rollenspiels durchaus Sinn und erleichtert das Spielen ungemein.

So setzt sich der Würfelpool aus den Attributen & den Fertigkeiten des Charakters, aus der Schwierigkeit der Probe und aus situationsbedingten Vor- & Nachteilen zusammen. Das wirkt für die ersten zwei bis drei Würfelproben komplex, geht danach allerdings intuitiv von der Hand.

Ebenso verhält sich das mit den Würfelsymbolen, wobei man über diese etwas länger stolpert, bis man sie verinnerlicht hat. (Um dem abzuhelfen habe ich eine Übersichtskarte ausgedruckt und jedem Spieler in die Hand gedrückt. Das kann ich nur weiterempfehlen.)

Gerade die Würfelsymbole und ihre Funktionsweise sind es, die das Rollenspiel aus der breiten Masse vieler Rollenspiele hervorheben. Die normale Erfolgs- und Mißerfolgsachse dürfte jedem Rollenspieler ein Begriff sein, ist dies doch das Eichmaß fast aller Rollenspiele.

Erfrischend anders ist die Achse Vorteile / Rückschläge, die das Rollenspiel meiner Meinung nach wirklich dramatisch macht. So bekommt man als Spieler nicht nur Vor- und Nachteile für seinen Charakter und dessen Aktion, sondern soll auch noch die Situation beschreiben und ausschmücken, um eben diese Vor- und Nachteile zu begründen und zu ermöglichen.

Ein Charakter rast mit einem Raumschiff auf der Flucht vor Häschen durch einen Raumschiffriedhof; der Spieler würfelt Mißerfolge, aber Vorteile und kann sich nun entscheiden, wie sich diese Vorteile auswirken. Auf der einen Seite konnte er die Verfolger nicht abschütteln, aber was kommt ihm dabei zugute? Hat er Verbündete gefunden? Ein Versteck für die Zukunft? Konnte er einen Verfolger in ein Hindernis manövrieren?  Oder hat er sich versteckt und kann verschnaufen, während die Verfolger ihn noch suchen, weil sie wissen, daß er hier ist?

Diese zweite Achse bietet viele neue Möglichkeiten, die Umgebung und Umstände innerhalb der Situationen mit einzubeziehen und Fertigkeitenproben viel größer zu machen, als sie es normalerweise sind.

 

Spielercharaktere (und Besonderheiten)

Die Charaktere sind recht schnell gebastelt, die Werte für Attribute und Fertigkeiten sind recht schnell ausgerechnet, Talente und Spezialfähigkeiten gewählt.

Viel interessanter sind meiner Meinung nach jedoch Obligation und Motivation, beides integrale Bestandteile von Charakterein in SW:EotE. Obligation ist eine Altlast, eine Schuld, eine Belastung aus der Vergangenheit, die den Charakter von Zeit zu Zeit wieder einholt und das Leben schwermacht. Das geht (für gewöhnlich) Hand in Hand mit dessen Hintergrundgeschichte und ist eher eine Bereicherung als eine einzwängende Form, in die ein Charakter gepreßt wird. Motivation ist an und für sich selbsterklärend: Jedem ist Geld wichtig, aber eine Sache ist wichtiger als Geld und das spiegelt sich in der Motivation des Charakters wieder.

 

Kämpfe

So rasant und dramatisch die Kämpfe auch sind, sollte man sie niemals auf die leichte Schulter nehmen. Unabhängig von Fähigkeiten, Ausrüstung und Talenten können Kämpfe immer böse ins Auge gehen. Anders als bei illustren Standardrollenspielen wie zum Beispiel (A)D&D sind Kämpfe nur schwer abzuschätzen (und daher tödlich)* und können im Guten wie im Bösen überraschende Wendungen nehmen. Es ist also Vorsicht geboten. 😉

* Die Kämpfe sind bei Weitem harmloser, als ich angenommen hatte.

 

Erfahrungspunkte

Was die Erfahrungspunkte angeht, bin ich unschlüssig. Aus dem Bauch heraus finde ich, daß das System sehr großzügige Erfahrungspunktevergaben empfiehlt, aber das läßt sich wohl nur mit ein wenig Geduld und einigen Sitzungen realistisch einschätzen. 😕

Theoretisch erhält ein Spielercharakter pro Sitzung 10-20 Erfahrungspunkte, womit man sich bis zu vier Talente pro Sitzung aneignen könnte, was ich ziemlich übertrieben finde. Auf der anderen Seite sind die Talente nette Zugaben für die Charaktere, wirklich essentiell sind die Fertigkeiten und da kostet es dann schon etwas mehr, wenn man sich zu dem Maximum eines Fertigkeitenwertes hocharbeiten möchte.

 

Finanzen

Was den Wert einer Währungseinheit in dem Rollenspiel angeht, bin ich unzufrieden. Summen und Werte (Preise) finde ich schwammig und nur schwer zu greifen. Mag sein, daß ich mich zu wenig mit den verschiedenen Ausrüstungslisten beschäftigt habe; wir werden sehen, ob ich noch ein Gefühl für die „Credits” bekomme, oder ob es obskur und abstrakt bleibt. 😕

 

Fazit

Star Wars: Edge of the Empire hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem meiner favorisierten Rollenspiele avanciert. Das ausgefallene Würfelsystem, die kohärenten und interdependen Regeln, die Vielseitigkeit, die Möglichkeiten, das Spieluniversum und die Illustrationen sind ein meiner Meinung nach sehr attraktives Gesamtpaket und ich kann das Spiel nur wärmstens weiterempfehlen. 😍

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